"Die Tumblinger"
Was in 100 Jahren alles passiert ist...
im Schulhaus an der Tumblingerstraße
24. März - 29. Mai Schulkinder aus verschiedenen Nachbarschulen besuchen das neu erbaute Schulhaus: Es werden 17 Klassen gebildet von der 1. - 5. Jahrgangsstufe.
1892wird der Schulbezirk festgelegt für die 1. - 7. Jahrgangsstufen. In 29 Klassen gibt es 1680 Kinder, d.h. ca. 57 Kinder bilden eine Klasse. Es werden zusätzlich Bezirks-Fortbildungsklassen eingerichtet. Schulleiter dieser Einrichtung ist Oberlehrer Schillinger. Neu ist auch eine Suppen- und Beschäftigungsanstalt, die von zwei Hilfslehrern geleitet wird, und ein Knabenhort im Erdgeschoß.
1892/93Nun besuchen 1800 Schüler die Schule. 30 Klassen mit je ca. 60 Schüler werden gebildet.
1894Der untere Turnsaal wird zur wöchentlichen Lohnauszahlung der städtischer Arbeiter mitbenutzt.
1896
Die Schulbaracke in der Häberlstraße wird wegen Baufälligkeit abgebrochen.
19141. Kriegsjahr: Lehrer Donderer gefallen. Sammlung für Liebesgaben für Soldaten durch die Kinder, 7000 Mark in Gold. Im Handarbeitsunterricht werden Kriegsstrickstunden eingerichtet.
1915Schulfrei wegen Siegesfeiern. Lehrer und Kinder verteilen Lebensmittelkarten im oberen Turnsaal. Die Landsturmriege trainiert im Turnsaal, die Gewehre lagern im Lehrmittelzimmer.
1916Wegen Lehrermangel werden bis zu 92 Kinder in einer Klasse zusammengefasst. Lehrer und Schüler verteilen Brot, Milch, Fleisch, Zucker und Seifenkarten. Lehrer Blecher ist Mitglied des Lebensmittelausschusses der Stadt München. Alle Kinder der 5. Klasse gehen zur heiligen Kommunion, um um Frieden zu bitten.
1917Im Februar wird die Schule geschlossen. Es herrschen -20 °C . Die Lehrer sind zur Kohlenverteilung abgeordnet. Ab 12. März wird wieder unterrichtet. 100 Kinder werden durch die Jugendfürsorge aufs Land verschickt. Im Juni erhält Lehrer Schierl das Ludwigskreuz. Im Juli findet eine Konferenz wegen Verrohung der Jugend statt. Die Schüler der Oberklassen beteiligen sich an der Stadthilfe durch Altpapiersammlung und ähnlichem. 12. Dezember: 3 Klassen werden zur Begrüßung des deutschen Kaisers zum Bahnhof geschickt. Verlängerte Weihnachtsferien, um Kohle zu sparen. Lehrer Blecher erhält das Ludwigskreuz (Organisation der Lebensmittelkartenverteilung). Kinder bekommen Haarausfall wegen Krätze und Mikrosporie. Die Klassenzimmer werden desinfiziert.
19185. März: Schulfrei wegen Friedensschluss mit Russland.
Oktober: Schulfrei wegen Grippeepidemie
November: Schulfrei wegen Unterbringung der heimkehrenden Truppen
19. November: Deutschland wird Republik. Soldatenräte ziehen in das Schulhaus und entfernen alles Mobiliar, um Platz zu schaffen für die zurückgekehrten Soldaten
Februar: Wiederaufnahme des Unterrichts
März: Schulhaus frei von Militär
April: (Räterepublik) Lehrer Alfons Schmid taucht unter. Er wird gesucht wegen missbilligender Äußerung gegen die "Rote Garde".
Juni: Geordneter Unterricht, weiterhin Verteilung von Lebensmittelkarten.
1920
Volksbibliothek wird im Schulhaus eingerichtet.
Juli: Quäkerspeisung für 200 Schüler.
Februar/März: Bilder aus der Lehrmittelsammlung werden an die Schulen in Oberföhring und an der Hirschbergstraße übergeben.
April: Schuljahresende
September: Keine Lebensmittelkartenvergabe mehr
November: Zahlreiche Schüler laufen im Trauerzug des Königspaares Ludwig III./Therese mit.
Schulleiter Ottmar Zuber wird frühzeitig pensioniert. Ein neuer Schulleiter, Ludwig Voggesser, wird eingesetzt.
193330. Januar: Adolf Hitler wird Reichskanzler.
1945Schulleiter Voggesser wird abgesetzt, wiederum ein neuer Rektor, Martin Rau, übernimmt die Amtsgeschäfte. Nur die Geschäftsräume verbleiben der Schule. Sonstige Räume werden als Flüchtlingsnotquartiere für 300 bis 500 Übernachtungen genutzt. Der Schulbetrieb wird in Räumen der Klenzeschule aufgenommen. Einführung des Englischunterrichts. Wegen Dachschäden regnet es ins Schulhaus. Lumpen- und Büchersammlung durch die Schule. Eine Schulzahnklinik wird im Gebäude eingerichtet. Schulspeisung für unterentwickelte Kinder. Von ca. 600 Schülern haben 122 keinen Mantel.
1946Das Flüchtlingsheim wird aufgelöst, dafür wird von der Caritas ein Asyl für verwahrloste Mädchen im Gebäude eingerichtet.
1947Jedes Kind erhält eine Zuteilung von Vitamintabletten.
Juli: Ausstellung "Schule in Not" durch die Konrektorin Diamant. Besuch von Kultusminister Dr. Dr. Hundhammer, Stadtschulrat Fingerle, Oberschulrat Ederer.
Der Amtsmeister räumt einen großen Teil Schutt und Splitterschmutz weg.
20. Juni: Währungsreform. Einschnitt in das Leben auch der Kinder.
1949Dachstuhlarbeiten: bei Regen 10cm Wasserstand im 3. Stock.
30. September: Richtfest: Besuch von Oberbürgermeister Wimmer und Stadtschulrat Fingerle.
Grundschule 1. - 4.Klasse. Die Oberklassen besuchen nun die Hauptschule an der Wittelsbacherstraße.
Katholische Bekenntnisschule: Von 247 Schülern sind 214 Schüler katholisch.
Renovierungsarbeiten.

